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Holzbau trifft Herzblut

Wenn Architektin auf Zimmermeister trifft, entsteht mehr als nur ein Haus – es entsteht Querholz: ein Familienunternehmen, in dem Planung, Statik, Ausführung und ganz viel Leidenschaft unter einem Dach wohnen. Julia – Ziviltechnikerin, Architektin mit Auszeichnung und Expertin für Ortskernentwicklung. Oliver – Holzbau-Meister mit jahrzehntelanger Baustellenerfahrung, Unternehmer durch und durch und aktuell angehender MBA. Gemeinsam meistert ihr nicht nur Bauprojekte, sondern auch das tägliche Abenteuer Familie mit Kindern. 


Euch beide verbindet nicht nur das Faible für den Werkstoff Holz, sondern auch der Wille, die Dinge richtig zu machen – mit Verstand, Gefühl und einem guten Schuss Humor. Während du Julia im Büro klar den Takt vorgibst – vom Entwurf über die Einreichung bis zur Ausführung – sorgt Oliver für die tragenden Details und den nötigen Pragmatismus, wenn’s mal knifflig wird. 


Erfahrung habt ihr beide in renommierten Büros sammeln können, auf internationalen Baustellen und in der eigenen Selbstständigkeit – bevor Oliver 2019 Querholz gründete und Julia 2022 dazustieß. Seitdem lebt ihr den Holzbau in seiner ganzen Vielfalt – von der kleinen Dorfstruktur bis zum komplexen Wohnbauprojekt – und zeigt, wie moderne Architektur, nachhaltige Bauweise und gelebte Partnerschaft Hand in Hand gehen können. Ob bei der Umsetzung mutiger Entwürfe, im Gespräch mit fordernden Bauherren oder beim Jonglieren zwischen Kindergarten und Kundenmeeting – bei euch beiden wird’s nie langweilig. Und das ist vermutlich euer größter Erfolgsfaktor: Ihr nehmt das Bauen ernst, aber nicht euch selbst.

SIHGA TIMBERTALK

Oliver & DI Julia Schmid von Querholz – 
Familie und Beruf unter einem (Holz-) Dachstuhl


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DI Julia Schmid, Architektin

Querholz

Oliver Schmid, Holzbau-Meister

Querholz

Thomas Hutzinger, Holzbau-Meister

SIHGA GmbH

Thomas Hutzinger (SIHGA GmbH):
Julia, Hand aufs Herz: Wer hatte bei eurem Hausumbau das letzte Wort – die Architektin oder der Zimmermann? (Oder anders gefragt: Wie oft wurde das Fundament nochmal neu durchdacht, nachdem es schon gegossen war?)

DI Julia & Oliver (Querholz):
Wir: Das letzte Wort hatte in der Regel die Wirtschaftlichkeit – was in den meisten Fällen eine pragmatische Entscheidung war, die Olivers Know-how stark gewichtet hat. Julia liefert die Vision, aber Oliver sorgte dafür, dass die Vision auch in Zeit und Budget realisierbar ist, ohne die Qualität zu opfern. Beim Fundament gab es deshalb keine nachträglichen Gedankenspiele. Die Debatte fand eher in den Details der Oberfläche statt: lieber Sichtbeton oder doch eine Holzschalung? Hier gewann, wer das bessere Argument für die Ästhetik der Dauerhaftigkeit hat (also in unserem Fall dann doch meistens Julia). Der eigentliche Krimi fand, wie so oft, im Detail statt – genauer gesagt, bei den Armaturen! Das letzte Wort hatte am Ende die Wirtschaftlichkeit, und zwar genau dort, wo Julia die Kosten-Disziplin des Unternehmers massiv herausforderte. Bei der Wahl der Wasserhähne (oder Mischer, wie der Fachmann sagt) musste Oliver intervenieren, da die präferierten Modelle den Kostenrahmen massiv beeinträchtigt, wenn nicht zu sagen gesprengt hätte. #Schatz da läuft nur Wasser raus#



Thomas Hutzinger (SIHGA):
Wie schafft ihr es, vom Kinderfrühstück direkt in die Baustellenkoordination zu wechseln – und dabei den Überblick zu behalten, ob’s gerade um Lego oder Leimbinder geht?


DI Julia & Oliver (Querholz):
Wir: Die Wahrheit ist, wir haben hier intern eine klare Rollenverteilung: Ich (Oliver) bin der Mann für die Leimbinder, aber Julia ist die Chaos-Koordinatorin mit Superkräften. Julia: Ich muss zugeben, die Organisation ist meine Baustelle. Ich habe den Überblick über alle Kindergartentermine, alle Baubesprechungen und alle Zahnarztbesuche – meistens gleichzeitig. Ohne meinen eingebauten Superkräfte-Mama-Chip würde hier gar nichts laufen. Das ist ein Naturgesetz. Oliver: Das stimmt. Wir sind sehr, sehr froh über unseren synchronisierten Kalender, denn er ist der einzige Ort, an dem wir beide ansatzweise wissen, was am selben Tag passiert. Wir teilen die Arbeit zwar, aber wenn wir ehrlich sind: Julia macht doch mehr als ich, das muss ich ganz klar zugeben. Meine Frau wirkt für mich immer wie ein Duracell-Hase – ohne Ende Power! Das liegt auch daran, dass Julia sich so nebenbei noch mit einer sehr gesunden, ausgewogenen Ernährung und generell mit dem Thema Gesundheit sehr, sehr stark beschäftigt. Das trägt sicher viel dazu bei, dass wir leistungsfähig sind. Julia: Tja, wir tanken eben anders als andere! Bei uns gibt’s keinen Kaffee, sondern Super-Smoothies. Oliver: Und den brauche ich auch dringend! Und hier kommt der Beweis für Julias Superkräfte: Sie hat die Ziviltechniker-Ausbildung neben der Arbeit als Architektin, dem Haushalt, der Familie und hochschwanger mit einem 1 ½ Sohn gemacht. Und vor kurzem nebenbei noch eine Kinesiologieausbildung! Julia: Ich regiere die Welt mit Zeitblöcken, aber auch die mächtigste Superheldin hat einen Endgegner. Und das sind bei uns regelmäßig die verlegten Autoschlüssel! Jede Woche aufs Neue sind sie der absolute "Baustellen-Krimi" der Morgenstunden. Wir: Der Trick ist also: Superkräfte, synchronisierter Kalender, gesunde Power-Drinks und die Hoffnung, dass die Schlüssel morgen in der Manteltasche liegen.



Thomas Hutzinger (SIHGA GmbH):
Julia, du regierst den Entwurf, die Einreichung und die Ausführung – wie fühlt sich das an, Oliver, wenn man da als "Mitdenker in zweiter Reihe" unterwegs ist? Gibt's da manchmal einen geheimen Aufstand im Büro?

DI Julia & Oliver (Querholz):
Oliver: Das ist die Stärke der Querholz-Kombination: Es ist keine zweite Reihe, sondern eine logische Arbeitsteilung, die auf Kompetenz beruht. Julias Rolle: Sie steuert den Prozess – von der Vision über die behördliche Genehmigung bis zur Detailplanung. Olivers Rolle: Er steuert die Machbarkeit und Wertschöpfung, stellt die wirtschaftliche und technische Tragfähigkeit des Entwurfs sicher und leite die Baustelle. Geheimer Aufstand? Nein, denn die langjährige Baustellenerfahrung ist die notwendige Korrekturinstanz für jeden Entwurf. Der „Aufstand“ findet offen am Zeichentisch statt, wenn es darum geht, die beste, pragmatischste und kosteneffizienteste Lösung zu finden.



Thomas Hutzinger. (SIHGA GmbH):
Welcher war bisher euer "größter Baustellen-Krimi"? Gab's mal ein Projekt, bei dem ihr dachtet: Okay, jetzt machen wir lieber was mit Pflanzen?

DI Julia & Oliver (Querholz):
Oliver: Gott sei Dank wurden wir bis jetzt von den ganz großen technischen Krimis verschont. Das liegt wohl daran, dass ich in meinen vielen Jahren auf der Baustelle schon recht viel gesehen habe und sich mit der Zeit eine gewisse Schockresistenz eingestellt hat. Meistens sind es dann doch nur ein paar faulige, morsche Träger in den Bestandsumbauten, die wir austauschen müssen – das gehört zum Geschäft. Typischerweise entstehen die größten "Krimis" dort, wo der Bestand auf neue Planung trifft. Das ist oft ein Projekt, bei dem unvorhergesehene Altlasten im Boden auftauchten oder die Statik eines Bestandsgebäudes viel schlechter war als angenommen. Das sind die Momente, in denen wir kurz dachten: "Okay, jetzt machen wir lieber was mit Pflanzen." Aber dann müssen wir beide schnell umschalten: Julias pragmatische Umplanung und meine schnelle und fachlich fundierte Problemlösung auf der Baustelle müssen Hand in Hand gehen, um Zeitverzug und Kostenexplosionen zu verhindern. 

Julia: Aber der wahre, viel größere "Krimi", der sich in den letzten Jahren herauskristallisiert hat, ist die Zahlungsmoral mancher Bauherren und der Umgang mit den Fachkräften auf der Baustelle. 

Oliver: Exakt. Meine Meinung ist: Man sollte sich nur das leisten, was man auch finanzieren kann! Wir haben immer öfter Bauherren, die am Ende versuchen, uns in die Mangel zu nehmen, damit wir bei der Schlussrechnung ordentlich Federn lassen. Es werden Sachen beanstandet, da kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln – wie zum Beispiel Äste im Holz oder kleine Risse

Wir (im Chor, aber ernsthaft): Holz ist ein Naturprodukt! Das vergessen die meisten. 

Oliver (recht laut): Und wer das nicht kapiert, soll sich doch einfach die Bude rausfliesen lassen, den Rest mit Innenputz, Benzinfassade und Plastikfenstern machen. 

Julia: Unsere Arbeit bei Querholz ist deshalb auch eine Mission: Wir stehen für faire Wertschätzung des Materials und des Handwerks.



Thomas Hutzinger (SIHGA GmbH):
Wie bringt ihr Familie, Büro und Baustelle unter einen (Holz-)Dachstuhl? Gibt’s einen Trick – oder einfach nur viel Kaffee?

DI Julia & Oliver (Querholz):
Wir: Den einen "Trick" gibt es leider nicht – es ist eher ein hochkomplexes Zeitmanagement-Gerüst, das ständig neu justiert werden muss. Wir arbeiten mit der eisernen Disziplin von Zeitblöcken: Wir teilen die Arbeitszeit in knallharte Konzentrationsphasen ein. 

Oliver: Aber wenn meine Baustellenzeiten laufen und meine beiden Kleinen dann kommen, einen kleinen Holzhammer in der Hand, und rufen "Papa, bleib noch, was bauen!" oder einfach nur kurz kuscheln wollen, dann kann ich nicht einfach gehen. Familie ist dann doch wichtiger als die Arbeit! Das wird bei uns ganz großgeschrieben. Die Kleinen sind nur einmal klein, die Zeit bekommt man geschenkt, aber sie kommt nie wieder, wenn man sie vergeudet. Das führt dann dazu, dass ich ab und zu kontrolliert zu spät komme, diese Zeit aber selbstverständlich am Abend wieder reinhole. 

Wenn meine Baustellenzeiten laufen, ist Julia (oder andersherum) voll für die Kinder zuständig und umgekehrt. Das ist das sogenannte Shared-Care-Konzept, bei dem die Kinder-Verantwortung nicht nur geteilt, sondern klar zugewiesen wird: Wer ist heute der Generalunternehmer für den Kinderarzt oder den Kindergarten-Notfall? Das verhindert zumindest die unsichtbare mentale Last des ständigen Nachfragens. Das Klischee, der Mann gehe Montag bis Samstag arbeiten und die Frau mache zu Hause alles, ist bei uns sowas von gar nicht! Selbstständigkeit lässt sich sehr wohl mit einem gesunden, glücklichen & für beide Seiten fairen Familienleben vereinbaren – man muss nur wollen.

Der dritte und ehrlichste Pfeiler unseres Systems ist der Puffer. Es braucht einfach Pufferzeiten, weil weder auf der Baustelle noch im Büro je alles nach Plan läuft. Diese Puffer sind (seeehr) oft die Abende, wenn die Kinder endlich im Bett sind, die frühen Morgenstunden und, ja leider Gottes, manchmal auch die Sonntagabende. Ansonsten ist es einfach die Hoffnung, dass die Statik der Familie hält.



Thomas Hutzinger (SIHGA GmbH):
Ihr lebt und arbeitet mit Holz – was sind aktuell die größten Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung von Holzbauten?

DI Julia & Oliver (Querholz):

Wir: Wir sehen drei technische Hauptpunkte und zwei große strukturelle Herausforderungen:

Technische & Fachliche Herausforderungen:

  • Der "Brand-Mythos" und Baurecht: Obwohl Holzkonstruktionen heute durch moderne Brandschutzkonzepte (Kapselung, Querschnittsdimensionierung) extrem sicher sind, bleibt der Widerstand in der Genehmigungsplanung und bei einigen Bauherren eine Herausforderung.
  • Fachkräftemangel und Ausbildung: Die steigende Nachfrage nach Holzbau erfordert hochqualifizierte Fachkräfte und Planer, die die spezifischen bauphysikalischen (Feuchte, Schall) und konstruktiven (Verbindungen, Toleranzen) Details beherrschen.
  • Schnittstelle und Digitalisierung: Die perfekte digitalisierte Schnittstelle zwischen Architektenplanung (BIM), Holzbau-CAD und der CNC-gesteuerten Abbundanlage ist noch immer ein Optimierungsfeld.

Strukturelle & Kulturelle Herausforderungen:

  • Überzeugungsarbeit in der öffentlichen Hand: Es ist immer noch sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit die öffentliche Hand mehr auf den Holzbau eingeht – z. B. beim Bau von Kindergärten, Schulen oder Seniorenwohnheimen. Außerdem sollten sich gerade kleinere Gemeinden, die seit Jahrzehnten denselben Architekten beauftragen, auch mal über einen Architekturwettbewerb trauen, um frischen Wind in die Orte zu bekommen.
  • Planungsmethodik: Holzhaus versus Massivhaus: Es muss kommuniziert werden, dass ein Hausplan nicht immer ein Holzhausplan ist. Unsere Meinung ist: Ein Einfamilienhaus, das in Massivbauweise entworfen wurde, trägt nicht immer im Holzbau Früchte. Wenn man versucht, einen Betonplan eins zu eins in Holz umzusetzen und es dann zu Problemen kommt, heißt es wieder "dieser Scheiß Holzbau!"
  • Vorurteile gegen den Holzrahmenbau: Auch der Holzrahmenbau (oder wie der Volksmund sagt: Riegelbau) hat sich stark weiterentwickelt. Trotzdem wird er von den meisten älteren Generationen, die nicht aus der Baubranche sind, oft schlechtgeredet. Das führt dazu, dass deren Kinder, Freunde und Bekannte mit einer negativen Behaftung an diese materialsparende Bauweise herantreten, obwohl sie eine tolle Alternative zur BSP-Bauweise ist.



Thomas Hutzinger (SIHGA GmbH):
Wie seht ihr die Zukunft des Holzbaus – vor allem in Bezug auf Ortskernentwicklung? Können Holzgebäude dabei helfen, die Dörfer wieder zu beleben?

DI Julia & Oliver (Querholz):

Nachverdichtung und Aufstockung: Holz hat ein geringes Eigengewicht, was es ideal für Aufstockungen auf bestehenden Gebäuden (Stichwort: Ziegel oder Beton) macht, ohne dass das Fundament massiv verstärkt werden muss. Das ist der Schlüssel zur Flächeneffizienz in Ortskernen. (Was vielleicht nicht zur Gänze stimmt, da die Nutzlasten die gleichen bleiben wie im Neubau und die Einsparung beim Eigengewicht nur die ½ Miete ist.)

Kurze Bauzeiten und Vorfertigung: Holzbau-Elemente werden oft im Betrieb vorgefertigt. Das bedeutet kürzere Bauzeiten und weniger Baustellenlärm im engen, belebten Ortskern – ein enormer Vorteil für Anwohner und Gewerbe.

Klimaschutz und Ästhetik: Holz transportiert Nachhaltigkeit und schafft eine Wärme und Ästhetik, die sich ideal in die traditionellen Dorfstrukturen einfügt. Es hilft, moderne Anforderungen mit historischem Kontext zu versöhnen.

„Kleiner“ SideStep von Olivers Seite zum Fachkräftemangel:

Der von vielen Betrieben beklagte Fachkräftemangel im Holzbau ist nicht zwingend eine Notwendigkeit, sondern kann durch ein strategisches Umdenken in der Personalplanung und der Arbeitsorganisation entschärft werden. Der hohe Vorfertigungsgrad im modernen Holzbau bietet die ideale Grundlage für eine altersspezifische Arbeitsteilung, die körperliche Belastung reduziert und die Erfahrung optimal nutzt.

Das Konzept der "Dualen Arbeitswelt" im Holzbau

Dieses Modell teilt die Fachkräfte basierend auf ihren aktuellen Stärken und Bedürfnissen in zwei komplementäre Bereiche:

I. Werkstatt/Halle (Die alte Garde)

  • Zielgruppe: Erfahrene, altersbedingt oder gesundheitlich eingeschränkte Fachkräfte.
  • Fokus & Vorteil:
    • Nutzung von Erfahrung und Präzision für die komplexe Vorfertigung, den Zusammenbau von Elementen und die Verladung.
    • Die Arbeit erfolgt wetterunabhängig und in einem klimatisierten Umfeld. Dies senkt die körperliche Belastung drastisch und erhöht die Loyalität zur Firma.

II. Baustelle/Montage (Die jungen Krieger)

  • Zielgruppe: Junge, physisch fitte und wissbegierige Fachkräfte.
  • Fokus & Vorteil:
    • Erwerb wichtiger Baustellenerfahrung unter realen Bedingungen.
    • Nutzung der körperlichen Fitness für anspruchsvolle Montagearbeiten (Dach, Höhe, Wind und Wetter).
    • Erfüllung des Bedürfnisses nach Abwechslung und Freiheit durch Auswärtsbaustellen ("Young, Wild & Free"-Faktor).

Mehrwert für den Betrieb

Die Einführung dieser altersspezifischen Rotation in Holzbaubetrieben würde mehrere Herausforderungen gleichzeitig lösen:

  1. Erhalt von Know-how: Die jahrelange Erfahrung der älteren Generation bleibt dem Betrieb erhalten, indem sie in die hochpräzise Vorfertigung gesteckt wird oder diese einfach als Ansprechpartner beim Feierabendbier für die jüngeren Kämpfer dienen – ein direkter Qualitätssprung für das Endprodukt.
  2. Attraktivität für Nachwuchs: Die Jungen werden durch die Möglichkeit motiviert, schnell eigene Baustellenerfahrung zu sammeln und das Handwerk in der Praxis zu erleben, was für die duale Ausbildung essenziell ist.
  3. Gesundheitsmanagement: Die Maßnahme wirkt proaktiv der vorzeitigen Berufsunfähigkeit entgegen und sorgt für eine gesunde und langfristige Bindung der älteren Fachkräfte.

Fazit: Der Holzbau sollte seine eigene technologische Stärke (die Vorfertigung) nutzen, um eine flexible Karrierepfadplanung anzubieten, die jedem Mitarbeiter, unabhängig vom Alter, einen passenden Platz im Wertschöpfungsprozess sichert.



Thomas Hutzinger (SIHGA GmbH):
Studium trifft Meisterprüfung: Wie beeinflussen eure unterschiedlichen Ausbildungen die gemeinsame Arbeit – gibt’s öfter Fachgespräche oder eher diplomatische Krisensitzungen beim Abendessen?  

DI Julia & Oliver (Querholz):

Die Tatsache, dass wir unsere Urlaube, Spaziergänge und Ausflüge nutzen, um Bauwerke gemeinsam und mit offenen Augen zu inspizieren, ist der eigentliche Motor unserer Partnerschaft.

  • Hier trifft die gestalterisch-konzeptionelle Sicht der Architektin direkt auf die technisch-pragmatische Expertise des erfahrenen Holzbau-Meisters.
  • Solange das Bauwerk Materialgerechtigkeit, konstruktive Logik und ästhetische Qualität beweist, herrscht bei uns ein sofortiger Konsens. Der Austausch ist eine gemeinsame, anerkennende Analyse.

Der "Katastrophen"-Konsens (Bauträger-Architektur)

Der Punkt, an dem diese harmonische Diskussion abrupt endet, ist das Bauwerk, das von einer Logik der maximalen Flächenoptimierung dominiert wird – wo „nur jeder mm² an gewonnener Größe zählt“ und die optische Gestaltung massiv leidet.

Diese Art der Architektur, die wir als „mittlere Katastrophe“ bezeichnen, entsteht oft, wenn die gestalterische Vision und die handwerkliche Ehre vollständig einer reinen Kosten- und Renditerechnung untergeordnet werden.

Unser gemeinsamer, starker Konsens bei der Kritik an diesen Projekten ist die Mission unseres Unternehmens Querholz: Wir nutzen unsere unterschiedlichen Ausbildungen, um solche Fehlentwicklungen aktiv zu korrigieren und stattdessen nachhaltige, ästhetische und technisch hochwertige Holzbauten zu realisieren.

Unsere Fachgespräche sind also in der Regel effizient, da wir uns über den Qualitätsstandard völlig einig sind.

13. April 2026